Android Sportwetten 2026: was eine App in Deutschland wirklich darf

Updated Oktober 2026
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Stand: 18 Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026

Ein Smartphone mit dunklem Bildschirm liegt auf einem Tisch in einem Café, daneben eine Tasse und ein Notizbuch.
Die App „bet365 – Sportwetten“ wird im Apple App Store vom Entwickler Hillside Technology Limited angeboten.

Eine Sportwetten-App für Android lässt sich in wenigen Sekunden installieren. Ob hinter ihr ein Anbieter steht, der in Deutschland Sportwetten veranstalten darf, ist damit noch nicht gesagt. Was der Play Store anzeigt und was die Whitelist der GGL tatsächlich erlaubt, sind zwei verschiedene Dinge. Dieser Vergleich klärt, warum App und Browser dieselben Limits, dieselbe Identitätsprüfung und dieselben Live-Wetten-Regeln nutzen, und er vergleicht zehn lizenzierte Anbieter nach Funktionen, die auf einem Touchscreen tatsächlich zählen — Cash-out, Konfigurator, Live-Stream, Teil-Auszahlung. Keine App wird als „sicherer Gewinn“ beworben; das Urteil fällt am Ende jedes Anbieterblocks und stützt sich auf das, was dessen Whitelist-Eintrag und eigene App-Beschreibung hergeben.

Rechtslage: was eine App in Deutschland darf und was nicht

Die Frage klingt technisch und ist juristisch. Eine Sportwetten-App darf in Deutschland nur von Anbietern betrieben werden, die eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder besitzen. Diese Erlaubnis steht im Glücksspielstaatsvertrag 2021 (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV) und wird über die amtliche Whitelist geführt. Die Whitelist ist die einzige verlässliche Quelle: Sie wird von der GGL in Halle (Saale) gepflegt und trägt für jeden Anbieter die Domain, die den ersten und die Folgenerlaubnisse. Der Snapshot vom 2. Oktober 2026 weist 30 Einträge aus — 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei Inhaber reiner Pferdewetten-Erlaubnisse.

Ein Schreibtisch mit geschlossenem Laptop und einem Stapel unbeschrifteter Mappen vor einem Fenster am Nachmittag.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Ein Eintrag im Google Play Store ist keine Erlaubnis. Wer eine App lädt, sieht den Entwicklernamen und die Store-Beschreibung. Beides sagt nichts darüber, ob der Anbieter eine deutsche Erlaubnis besitzt. Der einzige Weg, das zu prüfen, führt über die Whitelist: Steht die Domain dort mit einer Sportwetten-Erlaubnis, ist der Anbieter für Sportwetten zugelassen — und nur diese Domain darf auch Sportwetten annehmen. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker oder Online-Casino gilt nicht für Sport. Eine .de-Domain allein beweist ebenfalls nichts; eine fehlende .de-Domain ist noch kein Beleg gegen die Erlaubnis.

Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Glücksspielangeboten gewarnt und in diesem Zusammenhang explizit Namen wie „Platincasino“ genannt. Solche Angebote werben oft über Suchmaschinen, Sport-Streams oder Social-Media-Kanäle und sehen seriös aus. Sie haben keine deutsche Erlaubnis, sind nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen, und im Streitfall gibt es keinen deutschen Rechtsweg.

Was die Whitelist nicht verrät: ein Enddatum. Sie zeigt nur das Datum der Erteilung. Eine Ersterlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre; Folgenerlaubnisse können verlängert werden. Wer eine Erlaubnis nennt, nennt deshalb den Snapshot, nicht ein Ablaufdatum.

Für eine App bedeutet das: Wer auf einem Android-Gerät eine Sportwetten-App öffnet, surft technisch auf der Domain, die in der Whitelist steht — oder eben nicht. Der Store ersetzt diese Prüfung nicht. Wer ohne diese Prüfung spielt, spielt möglicherweise bei einem Anbieter ohne Erlaubnis, mit allen Folgen für Einzahlungslimits, Sperrdatei und die Frage, ob Gewinne ausgezahlt werden.

Spieler­schutz: was auf dem Smartphone zählt

Wetten vom Smartphone haben eine Eigenheit: Der nächste Tipp ist nie weit weg. Genau deshalb greifen hier die Schutzregeln des Glücksspielstaatsvertrags besonders sichtbar. Eine Erlaubnis verpflichtet den Anbieter, dieselben Schutzmechanismen in der App anzubieten wie im Browser — Limitdatei, Sperrsystem, Panikbutton.

Ein Fußball liegt neben Kopfhörern auf einer Holzbank in einer Umkleide, Licht fällt durch ein schmales Fenster.
Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.

Einzahlungslimit. Jede Person, die bei einem lizenzierten Anbieter spielt, hat ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 €, das automatisch über die LUGAS-Limitdatei über alle Anbieter hinweg gilt. Eine Erhöhung auf bis zu 10.000 € ist nur mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich; eine Eigenerklärung reicht nicht. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Das gilt unabhängig davon, ob die Einzahlung über die App, die Webseite oder am Schalter erfolgt.

OASIS. Das Sperrsystem OASIS wird bei Registrierung und Anmeldung abgefragt. Wer sich selbst sperrt, gibt eine Frist vor — mindestens drei Monate — oder lässt es bei der gesetzlichen Mindestsperre von einem Jahr. Eine OASIS-Sperre gilt für alle lizenzierten Anbieter in Deutschland, App inbegriffen. Der Panikbutton löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus.

Identitätsprüfung. Jeder Anbieter muss vollständig verifizieren (§ 6a GlüStV). Vor der Verifizierung darf maximal 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung gespielt werden. Danach ist das Konto voll verifiziert oder gesperrt. In der App läuft dieselbe Prüfung; sie wird häufig per Video-Ident, Ausweis-Upload oder Bankkonto-Abgleich durchgeführt.

Parallel­spiel. Aktivitätsdatei und Limitdatei sorgen dafür, dass pro Person nur ein Konto aktiv sein darf und das 1.000-€-Limit nicht durch Mehrfach-Konten umgangen werden kann. Wer bei einem Anbieter gesperrt ist, kann sich nicht ohne weiteres bei einem anderen anmelden.

Bargeldlose, eigene Zahlung. Lizenzierte Anbieter akzeptieren ausschließlich Zahlungen von Konten, die auf den eigenen Namen lauten, bei Instituten, die dem Geldwäschegesetz unterliegen. Kryptowährungen, anonyme Prepaid-Karten und Zahlungen von fremden Konten sind ausgeschlossen. Wer in der App zahlt, muss diese Bedingung erfüllen — sie ist nicht verhandelbar.

Insolvenzschutz. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird der Restbetrag innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6–7 GlüStV).

Was das für die Praxis heißt: Wer auf dem Smartphone spielt, trägt die Verantwortung, Limits einzustellen, Pausen einzulegen und Anzeichen von Kontrollverlust zu erkennen. Die App macht es technisch einfacher — der Schutzrahmen bleibt derselbe.

Live-Wetten und Wettprogramm: was die App darf

Live-Wetten sind ein Schwerpunkt vieler Sportwetten-Apps. Der rechtliche Rahmen ist enger, als die Werbung vermuten lässt. Nach § 21 Abs. 4 GlüStV sind Live-Wetten während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf bestimmte Komponenten erlaubt — „nächstes Tor“ beim Fußball, „nächster Satz“ beim Tennis. „Nächster Punkt“ im Tennis oder „nächster Korb“ im Basketball sind nicht erlaubt, weil diese Ereignisse zu häufig eintreten. Die GGL hat hierzu eine Praxis entwickelt, die sich in der Genehmigungspraxis der Wettprogramme niederschlägt.

Bereits vor und während Live-Übertragungen im Fernsehen oder Stream gelten Werbebeschränkungen. Wer eine App nutzt, sieht deshalb Werbung für kommende Spiele, kaum aber Werbung mitten im Spiel. Über die App selbst gibt es diese Trennung nicht — sie ist Inhalt des Wettprogramms, nicht der Werbung.

Was nicht erlaubt ist: Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, manipulationsanfällige Wetten, Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Auch Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind unzulässig. E-Sports-Wetten sind nach GGL-Praxis nicht erlaubt — E-Sports ist nicht als Sport anerkannt. Wer in der App einen E-Sports-Markt sieht, ist nicht zwangsläufig bei einem lizenzierten Anbieter.

Cash-out, also das vorzeitige Auswerten eines Wettscheins, ist eine Funktion der Anbieter, kein gesetzlicher Anspruch. Wer cash-out nutzt, akzeptiert den vom Anbieter angesetzten Auszahlungsbetrag — der kann über oder unter dem Marktwert liegen. Die GGL schreibt Cash-out nicht vor und verbietet es nicht; die Bedingungen stehen in den AGB des Anbieters.

Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt — auch wenn das Ergebnis schon in der App angezeigt wird. Das gilt für alle Anbieter gleichermaßen und ist in § 21 Abs. 1 angelegt: Wetten sind erst dann abgeschlossen, wenn das Ereignis amtlich beendet ist.

Was es nicht gibt: einen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette im Sportwettenbereich. Limits setzt der Anbieter in seinen AGB; das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat ist die einzige harte Obergrenze aus dem Gesetz.

Bedienung auf dem Touchscreen: was Apps von Webseiten unterscheidet

Eine App ist kein Browser mit anderem Logo. Sie nimmt dem Tipper Arbeit ab — und sie macht ihm andere Arbeit. Vier Punkte entscheiden, wie eine Sportwetten-App auf einem Android-Gerät tatsächlich funktioniert:

Wettschein. Auf dem Touchscreen zählt jede Geste. Eine App, die den Wettschein als Vollbild öffnet, mit klar abgegrenzten Feldern für Einsatz, Quote und mögliche Auszahlung, ist auf dem Smartphone schneller zu bedienen als ein modaler Dialog. Die meisten lizenzierten Anbieter setzen inzwischen auf eine persistente Wettschein-Ansicht am unteren Bildschirmrand; ältere Implementierungen öffnen ein separates Fenster.

Cash-out. Die Cash-out-Schaltfläche gehört zu den meistgenutzten Funktionen. Sie sollte im Menü „Meine Wetten“ oder direkt am Wettschein sichtbar sein. Anbieter unterscheiden sich: Teil-Cash-out erlaubt, einen Teil des Scheins auszuwerten und den Rest laufen zu lassen; automatischer Cash-out löst aus, sobald eine vordefinierte Quote erreicht ist. Beide Funktionen gibt es längst nicht überall.

Konfigurator / Bet Builder. Wer mehrere Märkte eines Spiels in einer Wette kombinieren möchte — Torschütze, Halbzeit-Ergebnis, Eckbälle —, braucht einen Konfigurator. Die Beschreibung im App Store verrät, ob er vorhanden ist. Der „Wetten-Konfigurator+“ bei bet365 etwa bündelt die populärsten Märkte ausgewählter Ereignisse; Betano nennt ihn „Bet Builder“.

Live-Stream. Viele Apps bieten Live-Streams an, oft mit Bedingungen: verifiziertes Konto, positives Guthaben, teilweise eine Mindestquote oder eine Wette auf das Ereignis. Die Streams laufen in der App selbst, nicht im Browser — was Bandbreite und Akku gleichermaßen fordert. Wer Live-Streams nutzt, sollte einen WLAN-Anschluss in Reichweite haben.

Dazu kommen kleinere, aber entscheidende Punkte: Anmeldung per Face ID oder Fingerabdruck, Push-Benachrichtigungen für laufende Wetten, Schnellzugriff auf Lieblingsmärkte, Live-Statistiken am Spielfeldrand. Wer eine App regelmäßig nutzt, sortiert hier sehr schnell aus.

Sportwettensteuer: 5,3 % — wer zahlt, wie, wo

Die Sportwettensteuer ist eine Sache des Rennwett- und Lotteriegesetzes, nicht des Glücksspielstaatsvertrags. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des tatsächlich gezahlten Einsatzes (§§ 17, 18 RennwLottG). Die Steuer wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler (§ 19 RennwLottG). Was das für die App bedeutet: Der Anbieter entscheidet, ob er die Steuer an den Spieler weitergibt oder nicht. Wer die Steuer trägt — und wie sie im Wettschein ausgewiesen wird — sagt der Anbieter in seinen AGB.

Drei Modelle sind verbreitet:

Welcher Anbieter welches Modell fährt, gehört in die AGB des Anbieters — und nicht auf eine allgemeine Vergleichsseite. Wer vor der ersten Wette prüft, ob die Steuer auf Einsatz, Gewinn oder gar nicht umgelegt wird, schaut in die AGB des konkreten Anbieters.

Wichtig für die Einordnung: Die Steuer ist kein Lizenznachweis. Auch Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zahlen Rennwett- und Lotteriesteuer. Eine Erlaubnis prüft, wer in der Whitelist steht; eine Steuer entrichtet, wer abrechnet — das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Anbieter im Vergleich: zehn lizenzierte Apps für Android

Die folgenden zehn Anbieter stehen zum 2. Oktober 2026 auf der Whitelist der GGL mit einer gültigen Sportwetten-Erlaubnis. Die Übersicht dient der Information und ist weder eine Empfehlung noch ein Tippspiel. Sie macht deutlich, welchen Funktionsumfang die jeweilige App bietet, wer hinter dem Angebot steht und seit wann die Erlaubnis besteht.

Einordnung der zehn Anbieter

Anbieter Whitelist-Status Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
AdmiralBet Whitelist-Eintrag (Admiralbet.de) Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
Interwetten Whitelist-Eintrag (Interwetten.de) Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
Betway Whitelist-Eintrag (Betway.de) Betway Limited 09.03.2021
MERKUR BETS Whitelist-Eintrag (MERKUR BETS) Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
bwin Whitelist-Eintrag (Bwin.de) bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Sportwetten.de Whitelist-Eintrag (Sportwetten.de) NetX Betting Limited 19.11.2020
LeoVegas Whitelist-Eintrag (Leovegas.de) LVSports Limited 21.10.2024
888sport Whitelist-Eintrag (888sport) 888 Germany Limited 30.06.2021
bpremium Whitelist-Eintrag (Bpremium.de) Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
NEO.bet Whitelist-Eintrag (NEO.bet) Greenvest Betting Limited 09.10.2020

Die Tabelle zeigt den Stand 2. Oktober 2026. Für jeden Anbieter steht auf der Whitelist eine Domain, ein Inhaber und ein Datum. Folgenerlaubnisse verlängern die erste Erlaubnis, ersetzen sie aber nicht; sie stehen mit eigenem Datum daneben. Die Whitelist führt kein Enddatum — wer ein Ablaufdatum lesen möchte, muss die Erlaubnis selbst prüfen.

AdmiralBet

AdmiralBet gehört zur Greentube-Gruppe, die wiederum zur Novomatic-Gruppe zählt. Die Erlaubnis für das Sportwettenangebot wurde am 9. Oktober 2020 erteilt, mit Folgenerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Die App ist im Play Store verfügbar; AdmiralBet gehört damit zu den Anbietern, deren Name in Deutschland traditionell mit Spielstätten verbunden ist und die ihr digitales Angebot auf einer bestehenden Marke aufgebaut haben.

Wettprogramm und Bedienung sind auf den ersten Blick klassisch: Sportarten, Live-Wetten, Wettschein am unteren Bildschirmrand. Ein Konfigurator oder Live-Stream ist in der App-Beschreibung nicht hervorgehoben; wer auf solche Funktionen Wert legt, prüft vor der Registrierung das aktuelle Programm in der App selbst.

Verdikt: Solider Whitelist-Eintrag mit langer Erlaubnishistorie, jedoch ohne die hervorstechenden Live-Funktionen, die andere Anbieter in den Vordergrund stellen. Wer eine unaufgeregte App mit Whitelist-Status sucht und auf Konfigurator-Funktionen verzichten kann, findet hier eine verlässliche Grundlage.

Interwetten

Interwetten ist einer der Pioniere des Online-Sportwettenmarkts im deutschsprachigen Raum. Die Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist besteht seit dem 2. November 2020, mit Folgenerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Die App „Interwetten: Sportwetten DE“ nennt in der Store-Beschreibung eine Cash-Out-Funktion sowie Top-Quoten für Live- und Pre-Game-Wetten.

Der Name Interwetten steht für ein vergleichsweise schmales, kuratiertes Wettprogramm. Wer mehr als 30 Sportarten und mehrere Hundert Märkte pro Spiel sucht, ist bei anderen Anbietern besser aufgehoben. Wer sich auf die Hauptmärkte konzentriert und Cash-out nutzen will, findet hier eine App, die das Notwendige abdeckt.

Verdikt: Eine App für Tipper, die das Wesentliche suchen — Cash-out, Live-Wetten, solide Quoten — und keine Breite an Märkten brauchen. Der Whitelist-Eintrag ist solide; die App macht keine Versprechen, die sie nicht halten muss.

Betway

Betway ist international bekannt, vor allem aus dem Sponsoring im Fußball und im E-Sport. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 9. März 2021, mit Folgenerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die App „Betway Sports Live Sportwetten“ verweist im Store auf eine „Deutsche Lizenz (Whitelist)“ und nennt Live-Wetten sowie Livestreams.

Wer eine App mit internationalem Markenprofil erwartet, wird bei Betway fündig. Die App zielt auf Fußball, Tennis, Basketball und die nordamerikanischen Ligen. Der Hinweis „Deutsche Lizenz (Whitelist)“ in der Store-Beschreibung ist für sich genommen kein Erlaubnisnachweis, sondern ein Selbstauskunft des Anbieters — geprüft wird über die Whitelist selbst.

Verdikt: Eine App mit internationalem Anspruch und deutscher Whitelist. Wer eine breite Live-Auswahl und Streams erwartet, sollte die App vor der ersten Einzahlung testen — Betway verlangt für einige Streams ein Konto mit Guthaben oder eine platzierte Wette.

MERKUR BETS

MERKUR BETS gehört zur Gauselmann-Gruppe und führt die deutsche Spielstätten-Tradition der Marke MERKUR in die Online-Welt. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 6. November 2023. Die App für Android und iOS nennt „über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten“ und enthält in derselben App auch MERKUR SLOTS.

Beim Cash-out verfolgt MERKUR BETS eine eigene Logik: Der Cashout-Button steht nach Abgabe der Wette in „Meine Wetten“ jederzeit zur Verfügung, der Betrag wird aber erst ausgezahlt, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet sind. Wer unter dem Spiel aussteigen will, kann den Betrag sichern — bekommt das Geld aber erst nach Schluss. Das unterscheidet MERKUR BETS von Anbietern, die Cash-out sofort als Echtgeld buchen.

Verdikt: Eine App mit dem breitesten Wettprogramm im Testfeld und einer ungewöhnlichen Cash-out-Logik. Wer auf die MERKUR-Marke setzt und Slots im selben Konto führen will, bekommt hier ein Gesamtpaket. Wer Cash-out als Sofort-Auszahlung erwartet, muss die Bedingung kennen.

bwin

bwin gehört zu Entain, einem der größten Glücksspielkonzerne weltweit. Die Erlaubnis für Sportwetten ist seit dem 9. Oktober 2020 erteilt, mit Folgenerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die App „bwin – Sportwetten App“ nennt im Store Cashout (manuell und automatisch), Live-Streams, Live-Statistiken, Kombi-Boost und Quoten-Boost.

bwin ist eine der Apps, die in jeder Hinsicht viel will: möglichst viele Sportarten, Live-Streams in großem Umfang, ein Cashout, das sowohl manuell als auch automatisch funktioniert, dazu Boosts, die Quoten für Kombiwetten erhöhen. Wer eine breite App sucht, wird hier fündig — muss aber die Boosts genau lesen, weil sie an Bedingungen geknüpft sind.

Verdikt: Eine der funktionsreichsten Apps im Testfeld mit langer Whitelist-Historie. Die Boosts sind kein Geschenk; sie kommen mit Bedingungen, die im Kleingedruckten stehen. Wer diese Bedingungen liest, bekommt eine vollständige App.

Sportwetten.de

Sportwetten.de wird von der NetX Betting Limited betrieben. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 19. November 2020, mit Folgenerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Die App nennt in der Store-Beschreibung eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out, einen Live Match Tracker, PayPal-Einzahlungen und Anmeldung per Face ID.

Die App setzt einen Schwerpunkt auf die mobile Bedienung: Face ID statt Passwort, Live Match Tracker als permanenter Begleiter am Spielfeldrand, Teil-Cash-out als feineres Steuerungsinstrument. PayPal als Zahlungsmethode ist in Deutschland ein Verlässlichkeitsmerkmal, weil PayPal nur Anbieter zulässt, die bestimmte Compliance-Voraussetzungen erfüllen.

Verdikt: Eine App, die auf mobile Nutzung zugeschnitten ist. Wer Face ID, Teil-Cash-out und einen Live Tracker schätzt, findet hier eine schlanke, gut bedienbare Lösung. Wer auf Boosts und Konfigurator steht, schaut eher zu bwin oder bet365.

LeoVegas

LeoVegas ist vor allem als Casino-Marke bekannt, hat aber seit dem 21. Oktober 2024 eine eigene Sportwetten-Erlaubnis über die LVSports Limited. Die Erlaubnis ist die jüngste im Testfeld und damit ein Hinweis: LeoVegas hat sich spät in den deutschen Sportwettenmarkt eingekauft.

Die App ist auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnitten — schnelle Bedienung, viele Live-Märkte, Slots im selben Konto. Wer aus dem LeoVegas-Casino-Konto kommt und dort dieselbe Anmeldung nutzt, wechselt nahtlos in die Sportwetten. Wer eine eigenständige Sportwetten-Marke erwartet, muss umlernen.

Verdikt: Eine junge Erlaubnis mit Casino-Wurzeln. Wer bereits ein LeoVegas-Konto hat und Sportwetten dazunehmen will, bekommt eine eingespielte Umgebung. Wer eine spezialisierte Sportwetten-App sucht, findet bei bwin, bet365 oder MERKUR BETS mehr sportliche Tiefe.

888sport

888sport gehört zur 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar. Die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 30. Juni 2021, mit Folgenerlaubnis vom 15. Dezember 2022.

888sport ist eine etablierte Marke im Online-Glücksspiel, in Deutschland jedoch weniger dominant als bwin oder bet365. Die App bietet das Standardprogramm: Pre-Game, Live, Cash-out, die üblichen Zahlungsmethoden. Hervorstechende Funktionen — Live-Stream in besonderer Breite, Konfigurator, Boosts — sind in der Store-Beschreibung nicht eigens hervorgehoben.

Verdikt: Eine solide App mit Whitelist-Status und börsennotiertem Mutterkonzern, jedoch ohne die Highlights, die andere Anbieter in den Vordergrund stellen. Wer 888sport aus dem Casino-Bereich kennt, findet hier eine vertraute Marke in neuem Gewand.

bpremium

bpremium wird von der Ladbrokes (Deutschland) Limited betrieben, die in Malta ansässig ist. Die Lizenz für Sportwetten datiert vom 9. Oktober 2020, mit Folgenerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Die Marke Ladbrokes gehört zu Entain, demselben Konzern wie bwin.

Die App tritt in Deutschland unter dem Namen bpremium auf. Sie ist schlanker als bwin, mit Fokus auf das Wesentliche: Pre-Game, Live, Cash-out. Wer den Konzern kennt und eine App ohne überflüssige Spielereien sucht, findet hier ein nüchternes Angebot.

Verdikt: Eine App aus dem Entain-Konzern, die sich auf das Wesentliche konzentriert. Wer ohne Konfigurator und ohne Live-Streams auskommt, bekommt hier einen sauberen Whitelist-Eintrag.

NEO.bet

NEO.bet wird von der Greenvest Betting Limited betrieben. Die Erlaubnis für das Sportwettenangebot liegt seit dem 9. Oktober 2020 vor, ergänzt um die Folgenerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Die App beschreibt sich im Store als lizenzierter Sportwettenanbieter mit deutscher Lizenz und nennt Live-Quoten, Live-Wetten, Cashout und Teil-Cashout.

NEO.bet gehört zu den jüngeren Marken im Testfeld und setzt auf eine klare mobile Bedienung. Die App wirkt aufgeräumt, der Wettschein ist sichtbar, Cashout und Teil-Cashout sind Standard. Konfigurator oder Boosts sind nicht hervorgehoben — NEO.bet bleibt im klassischen Rahmen.

Verdikt: Eine App für Tipper, die ein schlankes Angebot mit den wesentlichen Funktionen suchen. Wer keine Boosts braucht und mit Cashout auskommt, findet hier einen verlässlichen Whitelist-Eintrag.

Was eine App leisten muss — und was sie nicht leisten kann

Die Unterschiede zwischen den zehn Apps sind kleiner, als die Store-Beschreibungen vermuten lassen. Alle zehn stehen auf der Whitelist, alle zehn nehmen Sportwetten entgegen, alle zehn müssen OASIS, LUGAS, Panikbutton und 1.000-€-Limit einhalten. Die Unterschiede liegen in den Funktionen darüber hinaus: Konfigurator, Live-Stream in welcher Breite, Boosts mit welchen Bedingungen, Cash-out mit welcher Logik.

Was eine App nicht leisten kann, ist ebenso wichtig. Sie kann den Spieler nicht vor sich selbst schützen — das Einzahlungslimit ist 1.000 € pro Monat, nicht pro Tag. Sie kann eine OASIS-Sperre nicht umgehen, weil die Anbindung an die Sperrdatei beim Anbieter liegt, nicht beim Spieler. Sie kann Gewinne nicht vor dem amtlichen Ende des Ereignisses auszahlen, weil § 21 Abs. 1 GlüStV das so vorsieht. Sie kann E-Sports-Wetten nicht legal anbieten, weil die GGL E-Sports nicht als Sport anerkennt. Sie kann Cash-out-Bedingungen nicht verheimlichen — wer nicht liest, zahlt.

Was eine App leisten muss, steht im Glücksspielstaatsvertrag: vollständige Verifizierung, ein Konto pro Person, Zahlung nur vom eigenen Konto, Auszahlung des Restguthabens binnen fünf Werktagen, Werbebeschränkungen. Wer diese Bedingungen in einer App vermisst, ist bei einem Anbieter ohne Erlaubnis.

Die EuGH-Frage: Tipico und die Rückzahlung alter Verluste

Am 25. Juli 2024 hat der Bundesgerichtshof dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt (Az. I ZR 90/23), ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Im konkreten Fall fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Am 19. März 2026 hat der EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou in seinen Schlussanträgen (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen, greift die Rückzahlungspflicht nicht.

Was bedeutet das für eine App im Jahr 2026? Es bedeutet, dass die Frage, ob Einsätze aus Zeiten ohne Erlaubnis zurückgefordert werden können, noch nicht abschließend beantwortet ist. Es bedeutet nicht, dass jeder verlorene Einsatz zurückkommt. Es bedeutet auch nicht, dass die Behörden eine Tolerierung ausgesprochen haben — im Gegenteil, die GGL hat erst im September 2026 vor illegalen Angeboten gewarnt. Es bedeutet vor allem: Wer aktuell spielt, spielt in einem Markt, in dem die Spielregeln geklärt sind. Wer historische Verluste prüfen lassen will, braucht einen Rechtsanwalt, keinen App-Vergleich.

Wie ein Anbieter geprüft wird — eine Sequenz

Wer prüfen will, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat, geht in vier Schritten vor:

  1. Whitelist öffnen. Die Whitelist wird auf der Webseite der GGL in Halle (Saale) geführt. Sie listet alle Anbieter mit Domain, Erlaubnisart und Erteilungsdatum.
  2. Domain prüfen. Die Domain in der Whitelist ist die Domain, die der Anbieter betreiben darf. Eine App, die unter einer anderen Domain surft, ist nicht abgedeckt — auch wenn die App selbst seriös aussieht.
  3. Erlaubnisart prüfen. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele deckt keine Sportwetten ab. Wer auf Sport wetten will, braucht einen Anbieter mit Sportwetten-Erlaubnis.
  4. Datum prüfen. Das Datum ist das Erteilungsdatum, nicht das Ablaufdatum. Wer ein Enddatum sucht, prüft die Erlaubnisakte selbst.

Wer diese vier Schritte geht, hat in zwei Minuten geprüft, was Werbung und Store-Beschreibung nicht hergeben.

Häufige Fragen

Wo lassen sich Sportwetten-Apps für Android beziehen, und wie wird die Herkunft einer Installationsdatei geprüft?

Sportwetten-Apps für Android werden in der Regel über Google Play angeboten, teilweise auch direkt über die Webseite des Anbieters als APK-Datei. Wer die App nicht im Play Store findet, kann sie beim Anbieter anfragen — seriöse Anbieter weisen in ihren AGB auf die offizielle Bezugsquelle hin. Wer eine APK aus unbekannter Quelle lädt, trägt das Risiko einer manipulierten Installationsdatei selbst.

Reicht die Verfügbarkeit im Play Store als Nachweis für eine deutsche Erlaubnis, oder zählt allein die GGL-Whitelist?

Allein die GGL-Whitelist. Der Play Store listet Apps nach Entwicklerangaben, prüft aber keine deutsche Glücksspiel­erlaubnis. Ein Anbieter kann im Store stehen, ohne eine Erlaubnis zu haben, und umgekehrt kann ein lizenzierter Anbieter fehlen, weil der Store eigene Regeln hat. Wer auf Nummer sicher gehen will, vergleicht die Domain in der Whitelist mit der Domain, die in der App angesprochen wird.

Gelten in der App dieselben Live-Wetten-Regeln wie im Browser, zum Beispiel bei Wetten auf das nächste Tor?

Ja. Die Regeln aus § 21 Abs. 4 GlüStV — Live-Wetten nur auf Endergebnis oder auf nächste Komponenten wie „nächstes Tor“ beim Fußball, „nächster Satz“ beim Tennis — gelten unabhängig vom Endgerät. Die App ist eine andere Oberfläche, aber dasselbe Produkt mit denselben Regeln. Wer eine App öffnet, sieht die zulässigen Märkte; nicht zulässige Märkte werden erst gar nicht angeboten.

Wie wirken sich das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € und die Sperrdatei OASIS auf die Nutzung per App aus?

Das Einzahlungslimit gilt anbieterübergreifend: Wer im Monat 1.000 € über alle lizenzierten Anbieter eingezahlt hat, kann keine weiteren Einzahlungen vornehmen — weder in der App noch im Browser. OASIS wird bei jedem Login geprüft; eine bestehende Sperre blockiert den Zugang sofort. Der Panikbutton löst eine 24-Stunden-Sperre aus, die sich auf alle Anbieter erstreckt.

Warum nehmen lizenzierte Anbieter keine Zahlungen von fremden Konten oder in Kryptowährung an?

Weil § 6b Abs. 4 GlüStV Zahlungen ausschließlich von Konten erlaubt, die auf den eigenen Namen lauten und bei Instituten geführt werden, die dem Geldwäschegesetz unterliegen. Kryptowährungen sind keine Zahlungskonten im Sinn des Gesetzes; anonyme Prepaid-Karten ebenso wenig. Die Regel soll Geldwäsche verhindern — sie schützt aber auch den Spieler, weil Zahlungen vom fremden Konto im Streitfall schwer zuzuordnen sind.

Wie unterscheidet sich der Umgang mit der Sportwettensteuer von 5,3 % zwischen den Apps verschiedener Anbieter?

Die Steuer schuldet der Veranstalter, nicht der Spieler. Die Weitergabe regelt jeder Anbieter in seinen AGB: Manche ziehen die Steuer vom Einsatz ab, andere vom Gewinn, manche übernehmen sie vollständig. Wer vor der ersten Einzahlung prüft, ob die Steuer auf Einsatz, Gewinn oder gar nicht umgelegt wird, schaut in die AGB des konkreten Anbieters. Eine einheitliche Linie gibt es nicht.

Geschrieben von der Redaktion „Europawetteninfo”.

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