Wettanbieter mit deutscher Lizenz im Test: Wer in Deutschland legal Sportwetten anbietet

Updated Oktober 2026
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Stand: 18 Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026

Ein Holzschreibtisch im Morgenlicht mit geschlossenem Notizbuch, Kugelschreiber und Kaffeetasse, daneben ein Smartphone mit dunklem Bildschirm.
Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine GGL-Erlaubnis für Sportwetten, davon 13 hybrid und 19 nur für den Internetvertrieb; 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot.

Wer in Deutschland Sportwetten legal anbieten will, braucht eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder — und sonst nichts. Die Behörde führt eine öffentliche Liste, die Whitelist, in der jeder Anbieter namentlich mit seiner Domain, seiner Rechtsperson und dem Datum seiner Ersterlaubnis verzeichnet ist. Was dort nicht steht, fällt durch die Definition. Genau dort setzt dieser Vergleich an: er sortiert zehn Anbieter nach dem, was die Whitelist über sie zeigt, und legt daneben, was jeder Anbieter an Quote, Marktprogramm und Schutzmechanismus mitbringt. Die Liste ist kein Ranking nach Sympathie und keine Empfehlung; sie zeigt, wer eine Erlaubnis hat und woran man sie erkennt.

Die meisten Anbieter mit GGL-Erlaubnis kamen in zwei Wellen auf den Markt. Die erste Welle startete im Oktober 2020, als die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse vergeben werden konnten, nachdem Gerichtsverfahren den Start blockiert hatten. Eine zweite Welle ab Ende 2022 ergänzte das Feld um weitere Marken. Bet3000 und LeoVegas kamen erst später dazu — Bet3000 mit der Ersterlaubnis im April 2026, LeoVegas im Oktober 2024. Wer seit wann auf der Whitelist steht, ist nicht nur eine historische Notiz; es zeigt, wie lange ein Anbieter den deutschen Rechtsrahmen schon praktiziert.

Wettanbieter mit deutscher Lizenz auf einen Blick

Anbieter GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Bet3000 Whitelist-Eintrag für Bet3000.de, Inhaberin I.B.C. Sportsbetting Limited (Sliema, Malta) 22.04.2026
Winamax Whitelist-Eintrag für Winamax.de, Inhaberin WINAMAX SA 29.06.2021
Tipico Whitelist-Eintrag für Tipico.de, Inhaberin Tipico Co. Limited 09.10.2020
Sportingbet Whitelist-Eintrag für Sportingbet.de, Inhaberin Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Sportwetten.de Whitelist-Eintrag für Sportwetten.de, Inhaberin NetX Betting Limited 19.11.2020
LeoVegas Whitelist-Eintrag für Leovegas.de, Inhaberin LVSports Limited 21.10.2024
AdmiralBet Whitelist-Eintrag für Admiralbet.de, Inhaberin Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
bet-at-home Whitelist-Eintrag für Bet-at-home.de, Inhaberin Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Betano Whitelist-Eintrag für Betano.de, Inhaberin Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
NEO.bet Whitelist-Eintrag für NEO.bet, Inhaberin Greenvest Betting Limited 09.10.2020

Die Tabelle zeigt die nüchternen Tatsachen: alle zehn Anbieter stehen auf der GGL-Whitelist mit einem Eintrag zur Sportwetten-Erlaubnis. Was sie darüber hinaus unterscheidet — Quoten, Marktbreite, Live-Programm, Zahlungswege — wird in den folgenden Abschnitten detailliert betrachtet. Wer wann eine Erlaubnis bekommen hat, erklärt zudem, warum manche Namen den deutschen Markt schon seit Jahren prägen und andere erst seit Kurzem im Geschäft sind.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine ruhige Tribüne unter bedecktem Himmel.
Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten aufgrund von Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden.

Was eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis tatsächlich abdeckt

Eine Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV ist eine Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet. Sie erlaubt festgelegte Wetten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorkommnisse im Verlauf des Ereignisses, einzeln oder in Kombination. Was nicht unter diese Erlaubnis fällt, fällt auch nicht unter die Kontrolle der GGL. Die Erlaubnis umfasst weder Slots noch Online-Poker noch Online-Casinospiele; ein Anbieter kann sehr wohl eine Sportwetten-Erlaubnis haben und für seine Casino-Spiele eine eigene Genehmigung benötigen — oder umgekehrt. Wer auf einer Plattform beides findet, hat es mit zwei rechtlich getrennten Welten zu tun.

Die GGL führt daher für jeden Anbieter mehrere Einträge: einen für Sportwetten, weitere für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker oder Casinospiele. Für AdmiralBet etwa ist die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 verzeichnet; die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele unter slots.admiralbet.de datiert vom 28.09.2022. LeoVegas hat die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21.10.2024, die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele bereits seit dem 27.02.2023. Sportingbet listet im Impressum die Sportwetten-Erlaubnis vom 21.12.2022 und die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15.11.2022 nebeneinander. Wer bei einem Anbieter Sportwetten spielt, spielt also unter der jeweils ausgewiesenen Erlaubnis — und das Casino-Angebot daneben steht unter einer anderen.

Diese Trennung gehört zu den Punkten, die im Werbeversprechen eines Anbieters selten erwähnt werden. Wer einen Sportwetten-Anbieter mit vollem Casino-Programm sucht, bekommt fast immer beides — aber es sind zwei Genehmigungen mit zwei Regeln.

Rechtslage: Wer in Deutschland Sportwetten anbieten darf

Seit dem 1. Juli 2021 gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Er überträgt der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) die Aufgabe, die länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten zu erteilen, die Anbieter zu beaufsichtigen und bei Verstößen zu sanktionieren. Wer in Deutschland ohne diese Erlaubnis Sportwetten anbietet, betreibt nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung — sie ist weder ein Schutzschild gegen die Behörde noch ein Ersatz für die deutsche Erlaubnis. Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher regelmäßig vor solchen Angeboten.

Die Behörde führt die amtliche Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Sie ist die einzige Stelle, an der sich prüfen lässt, ob ein Anbieter in Deutschland legal Sportwetten anbieten darf. Eine Whitelist-Abfrage ist in wenigen Sekunden erledigt: Domain eingeben, prüfen, ob ein Eintrag mit Sportwetten-Erlaubnis erscheint. Was dort steht, gilt. Was dort nicht steht, ist im Rechtssinne nicht erlaubt.

Was die Whitelist über die Anbieter verrät, ist dabei erstaunlich konkret. Für jeden Eintrag führt sie die Domain, unter der die Wetten angeboten werden dürfen, die genaue Bezeichnung der Inhaberin samt ihrer Anschrift und das Datum, an dem die Erlaubnis erstmals erteilt oder verlängert wurde. Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, ist als Anbieterin von Bet365 verzeichnet; die Betkick Sportsbetting Limited aus San Giljan, Malta, betreibt Betano. Diese Angaben sind nicht nur eine Formalität: sie zeigen, welche Gesellschaft hinter dem Angebot steht und damit, an wen sich ein Spieler im Streitfall wenden kann — und an wen nicht. Eine .de-Domain allein beweist übrigens nichts; sie ist nur eine Adress-Endung, keine Genehmigung.

Zum 02.10.2026 enthielt die Whitelist 30 Einträge mit Sport- oder Pferdewetten-Erlaubnis, davon 27 mit einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten) und drei reine Pferdewetten-Anbieter. Im September 2026 zählte die GGL insgesamt 129 Veranstalter und Vermittler mit einer Erlaubnis und 229 erlaubte Glücksspielseiten — alle Spielarten zusammen, nicht nur Sportwetten. Diese Zahlen ordnen die Größenordnung ein: die hier verglichenen zehn Anbieter sind ein Ausschnitt aus einem Markt, der deutlich breiter ist.

Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine GGL-Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten, 13 davon hybrid für stationären und Internetvertrieb, 19 nur für den Internetvertrieb. 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot. Der Vertrieb erfolgte online über 28 aktive Internetseiten und stationär über rund 2.300 Wettvermittlungsstellen. Eine Übergangsregelung lief am 30.06.2024 für rund 12.000 ODDSET-Annahmestellen aus — der klassische Toto-Laden gehört damit zur Geschichte.

Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten aufgrund von Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden. Wer im Oktober 2020 eine Erlaubnis erhielt, hat die erste Welle mitgemacht; wer erst 2021, 2022 oder später dazukam, hat auf eine zweite oder dritte Welle gewartet. Das erklärt, warum Tipico, Sportingbet, AdmiralBet und NEO.bet alle dasselbe Datum 09.10.2020 tragen: sie waren die Ersten.

Was die Whitelist nicht zeigt, ist das Ablaufdatum einer Erlaubnis. Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre; die Whitelist führt aber ausschließlich das Datum der Erteilung und mögliche Verlängerungen, nie ein Enddatum. Wer wissen will, wann eine Erlaubnis ausläuft, muss in der jeweiligen Veröffentlichung der zuständigen Behörde nachsehen. In der Praxis bedeutet das: ein Whitelist-Eintrag ist ein gültiger Status, solange er dort steht — und kein Eintrag trägt ein Verfallsdatum.

Spielerschutz und Marktbegrenzung: Was die Lizenz dem Spieler abverlangt

Eine deutsche Erlaubnis bringt Pflichten mit sich, die ein Angebot ohne diese Erlaubnis nicht hat. Drei davon prägen das, was ein Spieler am Bildschirm erlebt: das anbieterübergreifende Einzahlungslimit, das Sperrsystem OASIS und die Pflicht zur vollständigen Identitätsprüfung. Sie machen das Angebot sicherer, aber auch enger.

Die Silhouette einer Person sitzt am Abend am Fenster und blickt auf eine Straße, auf dem Fensterbrett steht ein Glas Wasser.
Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland eine Kanalisierungsquote von 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote.

Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, gerechnet über alle Anbieter hinweg, an denen ein Spieler ein Konto führt. Es wird technisch über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt, eine zentrale Datei, in der jeder Anbieter die Einzahlungen seiner Kunden sieht. Wer im Januar bei Anbieter A 400 € einzahlt, kann im selben Monat bei Anbieter B nur noch 600 € einzahlen, bevor das Limit greift. Anbieter dürfen das Limit für einen Spieler auf bis zu 10.000 € anheben, wenn einzelne Spieler nachprüfbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen; bis 30.000 € ist es nur für höchstens ein Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters möglich. Eine Selbsterklärung reicht nicht; wer ein höheres Limit möchte, muss Belege vorlegen. Senkungen gelten sofort; Erhöhungen erst nach sieben Tagen.

Vor der vollständigen Verifikation darf ein Anbieter ein Konto für höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen führen — danach wird das Konto stillgelegt, bis die Identitätsprüfung abgeschlossen ist. Die Verifikation verlangt den vollständigen Namen, das Geburtsdatum und die Anschrift; sie prüft, ob der Spieler auf OASIS steht oder in einer anderen Limitdatei auffällt. Wer diesen Schritt scheut, kann bei einem deutschen Anbieter nicht spielen.

OASIS, das Sperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV, ist das zweite Schutznetz. Es wird bei Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich selbst sperrt, wählt eine Frist: mindestens drei Monate, wenn ein Zeitraum angegeben wird, sonst mindestens ein Jahr. Wer von einem Anbieter gesperrt wird, bleibt in der Regel mindestens ein Jahr gesperrt; eine Aufhebung ist nur unter strengen Bedingungen möglich und setzt in der Regel eine Begutachtung voraus. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige Sperre für 24 Stunden aus, ohne den Spieler in OASIS einzutragen — wer eine einzige Nacht Pause braucht, findet hier einen Schalter.

Was diese Pflichten zusammen bewirken, ist eine scharf begrenzte Spielumgebung. Das 1.000-€-Limit pro Monat ist für Gelegenheitsspieler kein Thema; für Hochroller ist es eine harte Grenze, die nur durch eine nachgewiesene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verschoben werden kann. Wer mehrere deutsche Anbieter nutzt, sieht das gleiche Limit bei allen — nicht weil jeder Anbieter es durchsetzt, sondern weil die Limitdatei sie alle zusammenfasst.

Wer ohne deutsche Lizenz spielt, spielt ohne Schutz

Anbieter mit Sitz im Ausland — etwa unter einer Curaçao- oder Anjouan-Lizenz — bieten in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel an. Sie sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen, kennen das 1.000-€-Limit nicht und haben keine deutsche Verbraucherrechte. Die GGL hat im September 2026 noch einmal ausdrücklich vor solchen Angeboten gewarnt, insbesondere vor Marken, die in aggressiver Werbung auftreten.

Die strafrechtliche Seite ist in §§ 284, 285 StGB geregelt: das Veranstalten unerlaubten Glücksspiels kann mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden, das Bewerben mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme kann mit bis zu sechs Monaten oder einer Geldstrafe geahndet werden; etablierte Fälle einer Verfolgung einzelner Spieler in Deutschland sind nicht bekannt. Was bleibt, ist die zivilrechtliche Seite. Mehrere deutsche Gerichte haben Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25.07.2024 in einem Verfahren gegen Tipico (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlung entgegensteht; der Kläger fordert mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt am EuGH, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19.03.2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich, dass Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verpflichtet werden — mit einer Ausnahme: haben Behörden zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen, entfällt der Anspruch. Solche Zusicherungen gab es in der deutschen Praxis nicht in der Breite. Wer bei einem Anbieter ohne Whitelist-Eintrag spielt, hat damit zwar keine Garantie auf Rückzahlung, aber eine ernstzunehmende Aussicht auf zivilrechtliche Ansprüche.

Die Behörde selbst geht gegen Verstöße vor: die GGL zählte 2025 insgesamt 287 Untersagungsverfahren, ein Anstieg von 68 im Jahr 2022; 1.843 illegale Websites waren 2025 aufgrund von Untersagungen oder Netzsperren nicht mehr aus Deutschland erreichbar. Das ist nicht nur Symbolik: Zahlungsdienstleister werden in die Sperren einbezogen, Affiliate-Netzwerke abgeschaltet, Domains blockiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein deutsches Konto bei einem Offshore-Anbieter noch in zwei Jahren reibungslos funktioniert, ist überschaubar.

Was eine Lizenz nicht abdeckt: Casino, Slots und die kleinen Lücken

Die Sportwetten-Erlaubnis ist keine Universalerlaubnis. Wer bei einem Anbieter mit Whitelist-Eintrag spielt, ist im Sportwetten-Bereich durch das GlüStV-Regelwerk geschützt; im Casino-Bereich daneben gelten die Regeln der Casino-Erlaubnis, die in mehreren Punkten enger sind — etwa ein Werbeverbot zwischen 06:00 und 21:00 Uhr für Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele, das für Sportwetten ausdrücklich nicht gilt.

Auf der anderen Seite schließt das deutsche Recht einzelne Wettmärkte aus. Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis und auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente erlaubt — in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. „Nächstes Tor“ beim Fußball: ja. „Nächster Satz“ beim Tennis: ja. „Nächster Punkt“ beim Tennis oder „nächster Korb“ beim Basketball: nein. Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — die GGL-Praxis wertet Fußball unterhalb der 3. Liga als solchen Bereich — sowie manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Auf E-Sports darf nach der GGL-Position nicht gewettet werden, da E-Sports nicht als Sport anerkannt ist; lizenzierte E-Sports-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Virtuelle Sportwetten sind nicht abschließend geregelt; über sie schweigt das Schweigen des Gesetzes.

Was im deutschen Markt fehlt, sind vor allem die Dinge, die der internationale Markt gewohnt ist. Wer Casinospiele, Poker, Live-Dealer-Spiele und Sportwetten aus einer Hand mit hoher Varianz sucht, findet bei den meisten GGL-Anbietern nicht das, was er sucht — und sucht es am Ende dort, wo es keine Erlaubnis braucht.

Was kostet eine Wette den Spieler wirklich? Eine Beispielrechnung

Die Pflicht zur Berechnung gehört zur Lizenz, nicht zur Werbung. Wer das 1.000-€-Limit pro Monat ausschöpft, gibt das Geld nicht aus — er setzt es. Die entscheidende Frage ist, wie viel davon als Verlust auf der Strecke bleibt. Der Markt misst das über den Quotenschlüssel: den Anteil aller Einsätze, den ein Markt im Durchschnitt an die Spieler zurückzahlt. Eins minus Quotenschlüssel ist die Marge des Anbieters in diesem Markt.

Für eine typische Zwei-Wege-Wette mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen, etwa „Sieg Heimmannschaft“ zu Quote 1,90 und „Sieg Auswärtsmannschaft“ zu Quote 1,90, ergibt sich der Quotenschlüssel als Kehrwert der Summe der Kehrwerte der Quoten:

Quotenschlüssel = 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) ≈ 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) ≈ 1 ÷ 1,0526 ≈ 0,95 oder 95 %.

Die Marge des Anbieters liegt damit bei rund 5 %. Ein Euro Einsatz in diesem Markt bringt im Schnitt 95 Cent an die Spieler zurück; 5 Cent bleiben beim Anbieter.

Übertragen auf das gesetzliche Standardlimit: wer das volle Monatslimit von 1.000 € in einem solchen Markt einmal vollständig umsetzt, lässt rechnerisch etwa 50 € als erwarteten Verlust auf der Strecke. Das ist der Preis der Spielfreude unter einem Quotenniveau, das sich am deutschen Markt beobachten lässt — keine Katastrophe, aber auch kein Geschenk. Bei Märkten mit drei Ausgängen (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) ist die Marge in der Regel höher; bei asiatischen Handicaps oder Spezialmärkten kann sie niedriger oder höher liegen. Der Wert von 5 % ist ein Mittelwert über eine breite Palette von Märkten; das tatsächliche Ergebnis schwankt.

Die Rechnung gilt unter einer Bedingung: es wird nur der Bonus- oder Einzahlungsbetrag umgesetzt, ohne weitere Einzahlungen. Wer Cash-Out nutzt, wer den Einsatz auf mehrere Märkte verteilt, wer Kombiwetten spielt, ändert das Bild. Cash-Out schließt Wetten vorzeitig ab und nimmt dafür in der Regel einen Abschwingen auf den fairen Wert; Kombiwetten multiplizieren die Quoten, aber auch die Margen der einzelnen Beine. Der erwartete Verlust von 50 € ist also ein Band, kein exakter Wert — je nachdem, was im Wettschein landet.

Die zehn Anbieter im Detail

Was die Whitelist über einen Anbieter verrät, ist die halbe Miete. Die andere Hälfte liegt im Angebot selbst. Die folgenden Abschnitte gehen die zehn Anbieter aus der Übersicht ‚Wettanbieter mit deutscher Lizenz auf einen Blick‘ in der Reihenfolge der Whitelist-Reihenfolge durch und ordnen sie nach dem, was sie voneinander unterscheidet.

Bet3000 — die späte Erlaubnis, das schlanke Profil

Bet3000 ist auf der Whitelist mit der I.B.C. Sportsbetting Limited aus Sliema, Malta, als Inhaberin verzeichnet; die Ersterlaubnis für Bet3000 datiert auf den 22.04.2026. Damit ist Bet3000 der jüngste Anbieter im Vergleich. Die Marke steht in Deutschland seit vielen Jahren, ihre Lizenz ist neu. Für Spieler, die einen Whitelist-Eintrag sehen wollen und einen klassischen Wettanbieter gewohnt sind, passt das Profil zusammen.

Was im Profil nicht hervortritt, ist die Größe des Wettprogramms. Die Marke ist im deutschen Markt kein Riese. Wer eine breite Auswahl an Live-Wetten, exotischen Spezialmärkten oder ausgefallenen Sportarten sucht, sollte das Programm vor der ersten Einzahlung prüfen. Wer mit den Standardmärkten Fußball, Tennis, Basketball und Eishockey auskommt, wird das Angebot ausreichend finden.

Bet3000 ist eine Erlaubnis später — und entsprechend ist die Erlaubnis heute. Für Spieler, denen die Whitelist-Frage wichtiger ist als das größte Programm, ist Bet3000 eine solide Wahl.

Winamax — die zweite Welle, der Poker-Ursprung

Winamax fällt unter die zweite Welle der Erlaubnisse: das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der WINAMAX SA am 29.06.2021 die Erlaubnis für Online-Sportwetten, mit Bescheid vom 08.12.2022 verlängert. Beaufsichtigt wird das Unternehmen von der GGL. Winamax ist in Deutschland stärker als Poker-Marke bekannt; das Sportwetten-Angebot tritt daneben etwas zurück.

Wer einen Anbieter sucht, der im Sportwetten-Bereich ein vollständiges Programm liefert, prüft das Wettprogramm vor der ersten Einzahlung. Wer den Anbieter aus dem Poker kennt und nun auch Sportwetten bei ihm spielen will, findet die gewohnten Standards wieder: vollständige Identitätsprüfung, 1.000-€-Limit, OASIS-Anbindung.

Winamax zeigt, dass eine Erlaubnis nicht zwingend ein vollständiges Sport-Paket bedeutet. Wer mit kleinen Programmen leben kann, hat hier einen verlässlichen Anbieter.

Tipico — der Name, der Verfahren, der Standard

Tipico gehört zu den ersten Anbietern mit deutscher Erlaubnis überhaupt: die Tipico Co. Limited erhielt die Erlaubnis für Tipico am 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 09.12.2022. Die Marke steht stellvertretend für den deutschen Wettmarkt schlechthin — und sie steht gleichzeitig im Zentrum eines zivilrechtlichen Verfahrens, das den Umgang mit Verlusten aus der Zeit vor der Erlaubnis betrifft.

Im Verfahren vor dem Bundesgerichtshof (Az. I ZR 90/23) geht es um die Rückzahlung von mehr als 3.700 €, die ein Spieler aus den Jahren 2013 bis 2018 bei Tipico verloren hat. Der BGH hat dem EuGH die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlung entgegensteht. Der Generalanwalt hält eine Rückzahlung in den Schlussanträgen vom 19.03.2026 grundsätzlich für möglich. Für die Frage, ob Tipico heute eine seriöse Wahl ist, sagt das Verfahren wenig — die Ansprüche betreffen die Zeit vor der Erlaubnis. Es zeigt aber, dass auch Anbieter mit langer Marktpräsenz und heutiger Whitelist-Erlaubnis mit Forderungen aus der Vergangenheit konfrontiert sind.

Wer einen etablierten Anbieter mit vollständigem Sportwetten-Programm sucht, landet bei Tipico meistens zuerst. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer langen Marktpräsenz und einer Lizenz, die mit der ersten Welle kam.

Sportingbet — die zwei Erlaubnisse im Impressum

Sportingbet (Deutschland) Limited nennt im Impressum die behördliche Erlaubnis zum Veranstalten von Sportwetten vom 21.12.2022 und parallel die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15.11.2022 — beide unter der Aufsicht der GGL. Die Whitelist führt die Marke mit der ersten Erlaubnis vom 09.10.2020; das Datum 21.12.2022 ist die Folgeerlaubnis nach Ablauf der ersten Fünf-Jahres-Frist.

Was im Impressum auffällt, ist die Doppelung: zwei Erlaubnisse, zwei Spielwelten. Wer bei Sportingbet Sportwetten spielt, ist durch die Sportwetten-Erlaubnis geschützt; wer die Slots daneben öffnet, ist es durch eine eigene Erlaubnis. Beide funktionieren unter der GGL-Aufsicht, aber das Regelwerk unterscheidet sich.

Sportingbet zeigt, dass eine Erlaubnis heute und eine Erlaubnis von früher nebeneinanderstehen können — und dass ein Anbieter mit langer Marktpräsenz nicht automatisch eine längere Erlaubnis hat als ein Newcomer.

Sportwetten.de — der Domain-Name als Programm

Sportwetten.de ist auf der Whitelist mit der NetX Betting Limited aus Birkirkara, Malta, als Inhaberin verzeichnet; die Ersterlaubnis datiert auf den 19.11.2020, die Folgeerlaubnis auf den 16.12.2022. Der Name verspricht, was er hält: ein auf den deutschen Markt zugeschnittenes Sportwetten-Angebot.

Was den Anbieter auszeichnet, ist weniger das Programm als die Selbstbeschreibung. Sportwetten.de tritt nicht als internationale Marke auf, sondern als deutscher Anbieter mit deutschem Anspruch — und das spiegelt sich in den Sprachen, den Zahlungswegen und der Kundenansprache. Für Spieler, die einen deutschen Ansprechpartner und ein deutschsprachiges Angebot suchen, ist das ein klarer Vorteil.

Wer einen klassischen deutschen Sportwetten-Anbieter mit Whitelist-Eintrag sucht, findet in Sportwetten.de einen Anbieter, der sich auf genau dieses Profil konzentriert.

LeoVegas — die mobile Marke mit später Erlaubnis

LeoVegas (LVSports Limited) ist erst seit dem 21.10.2024 auf der Whitelist für Sportwetten verzeichnet — die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht dort schon seit dem 27.02.2023. Die Marke kommt aus dem Mobile-Casino-Bereich und hat das Sportwetten-Angebot nachgereicht.

Was im Profil auffällt: LeoVegas tritt im deutschen Markt nicht als reiner Sportwetten-Anbieter auf, sondern als Kombination aus Mobile-Casino und Sport. Wer einen Anbieter mit großer Casino-Komponente sucht und parallel Sportwetten spielen will, findet hier ein vollständiges Bild. Wer nur Sportwetten will, sollte prüfen, wie tief das Sport-Programm tatsächlich ist.

LeoVegas ist die zweite Erlaubnis nach der ersten — und das zeigt sich am Profil. Für Spieler, denen die Kombination wichtig ist, ist LeoVegas die passende Wahl.

AdmiralBet — die Erlaubnis mit drei Daten

AdmiralBet (Greentube Betting Malta Limited) hat eine ungewöhnliche Lizenzhistorie: die Ersterlaubnis datiert auf den 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis auf den 13.12.2022 und eine weitere auf den 29.07.2024. Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht seit dem 28.09.2022. Damit hat AdmiralBet drei GGL-Erlaubnisse für Sportwetten in unterschiedlichen Bescheiden erhalten — eine Folge der fünfjährigen Erlaubnisfrist und des kontinuierlichen Anpassungsbedarfs.

Was im Profil auffällt, ist die Marke: AdmiralBet tritt im Markt als klassischer Anbieter mit österreichisch-deutscher Geschichte auf. Das Wettprogramm folgt dem Standard, die Marke ist bekannt, die Erlaubnis steht.

AdmiralBet ist die Erlaubnis im Doppelpack — Sportwetten und Slots unter einer Holding. Für Spieler, denen das Casino-Angebot wichtig ist, ist das ein klares Profil.

bet-at-home — die österreichische Geschichte, die deutsche Erlaubnis

Bet-at-home.com Internet Limited führt die Whitelist mit der Sportwetten-Erlaubnis seit dem 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022; die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele datiert auf den 28.12.2022. Die Marke ist in Österreich gegründet, in Deutschland lizenziert — das ist einer der typischen Wege, auf dem eine internationale Marke in den regulierten deutschen Markt gefunden hat.

Was im Profil auffällt: bet-at-home tritt im deutschen Markt als Anbieter auf, der sowohl Sportwetten als auch Casino anbietet, mit einer jeweils eigenen Erlaubnis. Wer einen Anbieter mit beiden Welten sucht, findet es hier.

bet-at-home ist die Erlaubnis nach der Übergangsphase — knapp einen Monat nach der ersten Welle vom Oktober 2020. Für Spieler, die einen österreichisch-deutschen Anbieter mit Whitelist-Erlaubnis suchen, ist bet-at-home eine bekannte Größe.

Betano — die österreichische Marke mit deutscher Lizenz

Betano (Betkick Sportsbetting Limited, Malta) ist eine Besonderheit: die Erlaubnis wurde im Februar 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilt — also noch vor der zweiten Welle der länderübergreifenden Erlaubnisse. Die Betkick Sportwettenservice ist ein österreichisches Unternehmen im Besitz von Stoiximan. Die Whitelist-Erlaubnis datiert auf den 19.02.2021, die Folgeerlaubnis auf den 16.12.2022.

Was im Profil auffällt: Betano ist im deutschen Markt stärker als Live-Wetten-Anbieter bekannt; das Unternehmen tritt international auf und hat den deutschen Markt früh erschlossen. Für Spieler, die Live-Wetten mit tiefer Marktstruktur suchen, ist Betano oft eine erste Adresse.

Betano ist die Erlaubnis vor der zweiten Welle — und das zeigt sich am Profil. Für Spieler, denen Live-Wetten wichtig sind, ist Betano die passende Wahl.

NEO.bet — der späte Start mit voller Erlaubnis

NEO.bet (Greenvest Betting Limited) hat die Ersterlaubnis am 09.10.2020 erhalten, die Folgeerlaubnis am 22.12.2022. Die Marke gehört damit zur ersten Welle. Was NEO.bet von den anderen Anbietern der ersten Stunde unterscheidet, ist das Profil: NEO.bet tritt als junger Anbieter mit Fokus auf das deutsche Marktumfeld auf, weniger als internationaler Riese.

Was im Profil auffällt, ist die Nische: NEO.bet spricht Spieler an, die einen modernen, deutschlandorientierten Anbieter suchen und mit kleineren Wettbewerbern liebäugeln. Das Wettprogramm folgt dem Standard, das Profil ist eigenständig.

NEO.bet ist die Erlaubnis aus der ersten Welle — und das Profil eines Anbieters, der nicht zu den ganz Großen gehört, aber mit Whitelist-Erlaubnis am Markt ist. Für Spieler, die einen Anbieter mit klarem Profil suchen, ist NEO.bet eine Alternative zu den Standardmarken.

Was die zehn Anbieter zusammen zeigen

Die Übersicht ‚Wettanbieter mit deutscher Lizenz auf einen Blick‘ zeigt zehn Einträge, die Whitelist zeigt noch mehr. Im September 2026 standen 129 Veranstalter und Vermittler mit einer Erlaubnis auf der Liste, 229 erlaubte Glücksspielseiten — Sportwetten, Casino, Poker, virtuelle Automatenspiele zusammen. Wer aus der Gesamtheit wählt, hat eine breitere Auswahl als die hier versammelten zehn; wer aus dem hier versammelten Vergleich wählt, sieht zehn Anbieter, die alle dasselbe rechtliche Fundament haben und sich in Profil und Marktposition unterscheiden.

Was alle zehn gemeinsam haben, ist die Spielmechanik des regulierten Marktes. Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat gilt bei jedem von ihnen. OASIS gilt bei jedem. Die vollständige Identitätsprüfung gilt bei jedem. Die Werbebeschränkungen des GlüStV gelten für jeden. Das ist nicht die Schuld der Anbieter; es ist das deutsche Recht. Wer einen Anbieter sucht, der mit höheren Limits, ohne OASIS-Abfrage und ohne Verifikation spielt, ist bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis falsch und gehört rechtlich zu den Offshore-Angeboten — auch wenn das die Werbung gerne anders darstellt.

Was die Anbieter voneinander unterscheidet, ist das Programm. Wer Fußball bis in die Regionalliga spielen will, wer Live-Wetten mit vielen Märkten sucht, wer asiatische Handicaps oder Spezialwetten erwartet, muss das jeweilige Wettprogramm prüfen. Die Whitelist sagt darüber nichts. Auch die Quoten schwanken zwischen Anbietern und Märkten. Die GGL hat 2024 eine durchschnittliche Auszahlungsquote von 76 % im deutschen Markt gemessen — das ist die Hausmarge über alle Märkte im Mittel. Wer einzelne Märkte vergleicht, findet sowohl Anbieter mit besseren Quoten als auch solche mit schlechteren.

Die wirtschaftliche Seite des Marktes ordnet die Größenverhältnisse ein: Die Bruttospielerträge der GGL-Anbieter lagen 2024 bei 1.963 Mio. €, ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Die Wetteinsätze beliefen sich auf 8,2 Mrd. € (2023: 7,9 Mrd. €). Das Verhältnis zwischen Pre-Match- und Live-Wetten lag 2024 bei 47 % zu 53 %. 78 % der Einsätze entfielen auf Fußball, 8 % auf Basketball, 5 % auf Tennis, 5 % auf Kombinationen verschiedener Sportarten und 1 % auf Eishockey. Wer mit Wetten auf andere Sportarten plant, betritt einen kleinen Markt.

Die Kanalisierungsquote — der Anteil der Einsätze, die bei erlaubten Anbietern landen — liegt nach einer älteren Marktanalyse der GGL auf Basis von Steuerdaten des Bundesfinanzministeriums für 2022 deutlich über 95 %: illegale Anbieter hatten einen Marktanteil von weniger als fünf Prozent. Eine neuere, breiter angelegte Studie kommt für den gesamten Online-Glücksspielmarkt — also auch Casino, Poker, Slots — auf eine Quote von 77 %, was bedeutet, dass 23 % des Marktvolumens 2024 auf unerlaubte Angebote entfielen. Die Zahlen unterscheiden sich, weil sie unterschiedliche Märkte messen: die ältere Zahl bezog sich auf das Segment Sportwetten, die neuere auf den Gesamtmarkt. Für Spieler heißt das: wer legal wetten will, hat bei Sportwetten eine klare Mehrheit erreicht; wer spielen will, hat im Gesamtmarkt noch einen nennenswerten unerlaubten Sektor.

Das Volumen des regulierten deutschen Glücksspielmarktes lag 2024 bei rund 14,4 Mrd. €, gemessen an den Bruttospielerträgen; die Steuereinnahmen aus Glücksspielen betrugen im selben Zeitraum rund sieben Mrd. Euro. Hinter diesen Zahlen stehen reale Menschen, reale Einsätze, reale Verluste und eine reale Industrie.

Häufige Fragen zur deutschen Sportwetten-Lizenz

Wie lässt sich prüfen, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder führt auf ihrer Webseite eine öffentliche Whitelist, die nach Domain, Inhaberin und Erlaubnisart durchsucht werden kann. Wer eine .de-Domain eines Anbieters kennt, gibt sie dort ein und prüft, ob ein Eintrag mit einer Sportwetten-Erlaubnis erscheint. Was dort steht, ist die amtliche Auskunft, und die Liste wird regelmäßig aktualisiert. Die Überprüfung ist in wenigen Sekunden erledigt und kostet nichts. Was dort nicht steht, ist im Rechtssinn keine Erlaubnis.

Was bedeutet eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis für das Einzahlungslimit von 1.000 € und das Sperrsystem OASIS?

Wer bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis spielt, zahlt monatlich höchstens 1.000 € ein, und zwar über alle deutschen Anbieter hinweg — die LUGAS-Limitdatei fasst die Einzahlungen zusammen. Wer sich selbst sperren lässt, wird in OASIS eingetragen und ist bei allen Anbietern mit deutscher Erlaubnis gesperrt. Die Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn eine Frist angegeben wird, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine 24-Stunden-Sperre aus, ohne den Spieler in OASIS einzutragen. Offshore-Anbieter sind an OASIS nicht angeschlossen.

Warum zählt eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht?

Eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan gilt in dem jeweiligen Ausstellungsland, nicht in Deutschland. Wer in Deutschland Sportwetten anbietet, braucht eine Erlaubnis der GGL nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV; eine ausländische Lizenz ersetzt diese Erlaubnis nicht. Anbieter mit ausländischer Lizenz betreiben in Deutschland nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Die GGL warnt vor solchen Angeboten, und deutsche Gerichte haben in mehreren Fällen die Rückzahlung verlorener Einsätze angeordnet.

Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wer trägt sie am Ende?

Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingesetzten Betrags. Sie wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spieler (§ 19). Wie ein Anbieter die Steuer weitergibt, ist seine Entscheidung — manche ziehen sie direkt vom Einsatz ab, manche übernehmen sie selbst, manche verrechnen sie mit den Quoten. Was am Ende beim Spieler ankommt, hängt vom Anbieter ab, nicht vom Gesetz.

Gilt die Sportwetten-Erlaubnis auch für Slots, Poker und Casinospiele?

Nein. Die Sportwetten-Erlaubnis ist eine Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten. Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele fallen unter andere Erlaubnisse, die in der Whitelist separat geführt werden. Ein Anbieter kann eine Sportwetten-Erlaubnis haben und für Casino-Spiele eine eigene Genehmigung benötigen — oder umgekehrt. Wer bei einem Anbieter mit deutschem Whitelist-Eintrag spielt, ist im Sportwetten-Bereich durch die Sportwetten-Erlaubnis geschützt; im Casino-Bereich daneben gelten die Regeln der Casino-Erlaubnis.

Nach welchen Kriterien werden Wettanbieter in einem Vergleich bewertet und gewichtet?

Ein seriöser Vergleich stellt zunächst fest, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat — die Whitelist-Abfrage ist die einzige belastbare Quelle. Danach werden Quoten, Wettprogramm, Live-Angebot, Zahlungswege und Schutzmechanismen geprüft. Welche Kriterien wie stark gewichtet werden, ist Sache des Vergleichs. Wer die Whitelist als Kriterium weglässt, vergleicht Äpfel mit Birnen.

Erstellt von der Redaktion von „Europawetteninfo”.

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